Tomaten

Tomaten ( Solanum lycopersicum), auch Paradeiser oder Paradiesapfel genannt, gehören zu den Nachtschattengewächsen und waren ursprünglich in Lateinamerika beheimatet. Seit dem 16. Jahrhundert werden sie auch in Europa angebaut und gezüchtet. Ungezählt sind inzwischen die Sorten, jedoch gehen durch die wenigen Saatgutmonopolisten viele alte und historische Sorten verloren. Das ist für viele Gärtner die Herausforderung und der Spaß, eigene Sämlinge heran zu ziehen und so die ein oder andere Sorte wieder zu entdecken, abseits des "Mainstreams". Viel Glück!

Egal ob die klassischen Tomaten oder Fleischtomaten, Kirsch- oder Cocktailtomaten, Busch- oder Stabtomaten, erlaubt ist was gefällt oder schmeckt. Denn der eigene Geschmack und die bevorzugte Verwendung sollten die Wahl der Sorten bestimmen. Nicht zuletzt sind die Ergebnisse der  Experimentierfreude oder die Überraschungen von Tauschaktionen, der Lohn für die Mühen der Aufzucht von Beginn bis zur Ernte.

Auf gute Nachbarschaft!

Neben der Pflanzennachbarschaft spielt auch die Fruchtfolge eine erhebliche Rolle bei der Standortwahl.

Tomaten sind einjährig und als Starkzehrer lieben sie ein gut gedüngtes Beet, sie möchten aber nicht immer an der selben Stelle gepflanzt werden, das liegt an Bodenschädlingen oder Krankheiten die sich sonst bilden können. Also öfter mal das Beet wechseln, zudem mögen sie kein Wasser von oben, also ein Dach wäre auch noch schön und frieren tun sie auch nicht gern. Schon ein bisschen zickig die knackige Rote oder Gelbe.

Gute Nachbarn sind:

Basilikum, Gelbe Rüben, Radieschen, Spinat, Kohl

Lieber nicht:

Kartoffeln, Erbsen, Fenchel



Aussaat und Anbau

- Getrocknete (Bio-) Samen aus der Tüte oder eigene vom letzten Jahr

- Ab Ende März bis Anfang April kann es losgehen mit der Vorkultur, also dem Aussähen auf der Fensterbank oder im Gewächshaus. Wenn es schön hell und um die 18 bis 20 Grad warm ist, dann sollten nach ca. 10 Tagen die Samen zu keimen. 

- Nach rund drei Wochen können die Pflänzchen pikiert werden, also dann Umsetzen in Töpfchen und gleichmäßig feucht halten.

- Tomaten vertragen keine Frost, darum unbedingt mit dem Auspflanzen ins Freiland bis nach den "Eisheiligen", Mitte bis Ende Mai, warten.

- Nach dem Umsetzen, gerne etwas tiefer, gut angießen

- und dann bis zum Wurzelansatz ein paar Tage trocken halten, das fördert das Wurzelwachstum.

- Gleich bei der Umpflanzung Rankstäbe, -schnüre oder -gitter anbringen.

- Regelmäßig mit nicht zu kaltem Wasser, am besten morgens gießen und nie austrocknen lassen.

- Besser nur den Bodenbereich wässern und nicht die Blätter, das verhindert Pilzkrankheiten wie Braunfäule.

- Der Boden um die Pflanzen darf gerne gemulcht werden, also mit Grasschnitt oder den ausgedünnten Blättern bedecken, dann trocknet der nicht zu schnell aus.

- Ab Beginn der Blütenbildung gut düngen, gerne mit Brennnessel- oder Beinwelljauche im Gießwasser.

- Aufbinden der hochschießenden Triebe

- "Ausgeizen" d.h. die oberen Triebe in den Blattachseln laufend entfernen, dann können mehr Früchte reifen.

- Im August die Triebspitzen kappen, damit die unteren Früchte reifen und nicht weitere Blütenstände entstehen, die eh nicht mehr reifen werden.

- Falls unten Blätter gelb werden, diese einfach abschneiden und entfernen.

Aussaat

Pikieren

Ausgeizen



Pflege - Ausgeizen, Düngen, Gießen

Tomaten – verdrehte Blätter, gleichmäßiges Gießen und Ausgeizen

Verdrehen und rollen sich die Blätter bei Tomaten und sind sie kräftig dunkelgrün, ist meist zu viel Dünger die Ursache. Tomaten sind Starkzehrer und brauchen viel Energie, aber bitte nicht übertreiben, weil sie sonst anfällig für Krankheiten und Läuse werden. – Trotzdem: mit Beginn der ersten Früchte brauchen sie viele Nährstoffe. Flüssig ergänzen wir beispielsweise mit Jauchen.

 

Auch muss auf eine gleichmäßige Wasserversorgung geachtet werden, sonst platzen die Früchte – vor allem in Kübeln!

 

Tomaten eintriebig zu erziehen, ist immer noch ratsam, damit die einzelnen Früchte gut ausreifen, die Pflanzen locker aufgebaut sind und bis spät in den Herbst gesund bleiben. Die Seitentriebe in den Blattachseln möglichst früh entfernen. – Sie können auch in der Jauche als Dünger landen.

Nicht ausgedünnt werden Buschtomaten, Zwerg/Balkontomaten oder die kleinfrüchtigen Wildtomaten (z.B. Johannisbeertomate, Obsttomate…).

 

https://www.garten-traunstein.de/2021/06/01/gartenpraxis-juni/



Ernten und Lagern

- Grüne Tomaten nicht essen

- Wenn möglich bis zur sortentypischen Farbe reifen lassen, dann sind die Vitamine am meisten und die Geschmackstoffe am besten.

- Kurz vor dem ersten Frost die restlichen noch unreifen oder grünen Früchte abschneiden.

- Im Haus nachreifen lassen, aber nicht in den Kühlschrank legen.


Von roten, grünen, gelben und schwarzen Tomaten...

Verwertung und Verzehr

Tomaten sind wohl das vielseitigste Gemüse, das besonders in der mediterranen Küche nicht weg zu denken ist.

Sie schmecken roh in Salaten, z.B. mit Mozzarella als Caprese,

gekocht als Soße, Ketchup oder in der Suppe,

auf der Pizza oder zu Pasta,

gefüllt mit Käse, Reis oder Hackfleisch...

 

Habt ihr ein Lieblingsrezept? Dann her damit!

an info@gartenbauverein-lampoding.de

Fotos und Text 2021 © Theresia Stadler-Mayr