Nützlinge

Geben wir Nützlingen in unseren Gärten eine Chance und vieles wird leichter und schöner. Das nützt der Bodenbeschaffenheit, der Artenvielfalt und erleichtert die Bekämpfung oder Vermeidung von Schädlingen. Mit "Naturnahen Gärten" in denen auch mal eine Ecke nicht so aufgeräumt sein darf, können wir viele unserer Nützlinge unterstützen.

Bevor einzelne Schädlinge überhand nehmen und wir diese mit der Giftkeule bekämpfen, sollten wir überlegen, was deren natürlichen Feinden - den Nützlingen - an Lebensraum fehlt. 

 

Insektenfreundlich gärtnern fängt mit ein paar einfachen Regeln an: 

  • Vielfalt - je mehr unterschiedliche Pflanzen desto besser 
  • Gefüllte Blüten vermeiden 
  • Heimische Wildpflanzen bevorzugen 
  • Unaufgeräumte Ecken schaffen
  • Artgerechte Nistplätze und Nahrung schaffen  
  • Im Herbst Blütenstände und Stängel stehen lassen, Insekten überwintern darin


Bienen

Wildbienen

Hausgärten haben sich über die Zeit stark verändert. Während früher naturnahe Gärten mit viel Wildlebensraum und vielen unterschiedlichen Pflanzen keine Seltenheit waren, findet man heute viele sehr aufgeräumte Gärten, eingelassen in ökologisch nahezu wertlose Thuja-Hecken und zum Teil aufgefüllt mit Steinbeeten. Diese Entwicklung macht es den Wildbienen immer schwerer geeigneten Lebensraum zu finden. 

 

Warum sollten uns Wildbienen interessieren? 

Für ein funktionierendes Ökosystem – somit auch für das Überleben des Menschen – spielt jedes Lebewesen eine wichtige Rolle. Die vermeintlich kleinen und unauffälligen Insekten stehen in der Nahrungskette sehr weit unten. Gibt es sie nicht mehr, wird es auch für alle folgenden Lebewesen schwer. 

Doch im Garten-, Obst- und Gemüsebau spielen Wildbienen eine noch viel größere und direktere Rolle. Sie sind dafür verantwortlich die Blüten zu bestäuben und so überhaupt erst einen Ertrag zu ermöglichen. Durch ihren größtenteils sehr kleinen Aktionsradius können sie ganz gezielt gefördert werden und nutzen so direkt vor Ort. Zudem sind sie meist bereits bei deutlich niedrigeren Temperaturen (ab 3-4 Grad) aktiv als Honigbienen (ab 10-12 Grad) und können auch an kälteren Frühlingstagen ausfliegen.

Genau wie die Honigbienen sind auch Wildbienen äußerst friedvolle Gartenbewohner. Sie alle stechen nur, wenn sie massiv bedrängt werden. Bei den meisten Wildbienen kommt noch hinzu, dass ihr Stachel nicht kräftig genug ist, menschliche Haut zu durchdringen. Man muss also keine Angst haben und kann sie gespannt bei ihrer Arbeit beobachten.

 

Wildbienen unterstützen - Nistplätze schaffen

Durch die steigende mediale Thematisierung der Wildbienen und Insekten im Allgemeinen, ergibt sich auch ein breites kommerzielles Angebot in diesem Bereich. Ob im Supermarkt oder Internet, Insekten- und Wildbienen-Nisthilfen findet man überall in den verschiedensten Ausführungen und Preisklassen. Darunter gibt es auch durchaus brauchbare und sinnvolle Angebote. Meist sind diese jedoch auf wenige Arten spezialisiert und teurer als der zu empfehlende Eigenbau. 

Neben einer klassischen Nisthilfe kann man natürlich auch im Garten verteilt naturnahe und „wilde“ Flächen schaffen um so natürlichen Lebensraum bereitzustellen. In jedem Garten gibt es mal ein Eck, das man entsprechend gestalten kann. Dabei ist auch eine kleine Fläche schon wertvoll.

 

Egal für welche Form man sich entscheidet, folgende Elemente sind für Wildbienen wichtig.


1.

Hohlräume 

Die bekannteste Unterkunft sind einfache Hohlräume durch unterschiedlich große Bohrungen (Durchmesser: ca. 3 mm – 10 mm; Tiefe: < 10 cm) in trockenes Holz. Dabei quer zur Holzfaser bohren, um Risse zu vermeiden und das Verletzungsrisiko für die Bienen zu minimieren. Auch hohle Stängel von Bambus, Schilf oder ähnlichem sind geeignet. 

Über das Jahr hinweg finden hier unterschiedliche Wildbienenarten ihren Nistplatz: von Mauerbienen im Frühjahr, über Scherenbienen im Sommer, bis hin zu Maskenbienen im Herbst werden diese Arten von Unterkünften gerne angenommen.

2.

Morsch- und Totholz

Einige Arten bevorzugen es, sich ihre Gänge selbst anzulegen. Hierfür eignet sich vor allem morsches und totes Holz. Dieses einfach mal im Garten liegen lassen oder in die Nisthilfe einarbeiten. Dabei gilt es darauf zu achten, einen sonnigen Standort zu wählen und kein feuchtes oder modriges Holz zu verwenden.

Von der größten in Deutschland vorkommenden Wildbiene, der Holzbiene, bis hin zu deutlich kleineren Arten, wie der Pelzbiene, finden auch hier unterschiedlichste Wildbienen ihren dringend gesuchten Nistplatz.

3.

Markstängel

Auch Markstängel werden gerne ausgehöhlt und dienen so über die Jahre hinweg unterschiedlichen Arten als Nistplatz. Am besten ca. 50-80 cm lange Stängel senkrecht und einzeln an einem sonnigen Standort aufstellen.

Höhlt in einem Jahr eine Maskenbiene den Stängel aus, so kann im folgenden Jahr z.B. eine Blattschneiderbiene einziehen. 

4.

Steilwand (Lehm / Sand)

Für alle in Steilwänden nistenden Arten empfiehlt sich ein Lehm- und/oder Sand-Fach. Dieses sollte nicht zu fest oder lehmhaltig sein, jedoch fest genug um eine aufrechte Steilwand zu bilden. Die Bienen graben hier ihre Nistgänge selbst, welche im Nachgang neu besiedelt werden können. Es müssen keine Löcher oder Gänge vorgefertigt werden.

Hier findet man z.B. Pelzbienen im Frühjahr oder Seidenbienen im Sommer und Herbst, welche ihre Gänge selbst graben. Aber auch Arten wie Mauerbienen, welche bestehende Gänge ausputzen und erneut verwenden.

5.

Offener (sandiger) Boden 

Wie der Name bereits vermuten lässt, nisten Erd- und Sandbienen überwiegend im Boden. Dafür benötigen sie meist offen und zum Teil sandigen Untergrund. Wer also eine Nisthilfe in den Garten stellt wählt hierfür passender Weise ein Plätzchen mit offenem Boden.


Frühlingspelz-  Biene

Fuchsrote Lockensandbiene

Rostrote Mauerbiene


Für diesen Gastbeitrag "Wildbienen" bedanken wir uns ganz herzlich bei Lukas Babinger aus Kirchanschöring.


Feuerwanze

Warum heißt die Feuerwanze Feuerwanze?

 

Das liegt an ihrer rot-schwarzen Färbung. Die sonnenliebenden Gartenbewohner fressen zwar Samen und Pflanzenteile, schädigen die Pflanzen aber nicht.

 

Sie machen Jagd auf Kleininsekten und Schneckeneier.

 

Text und Bild: Bayerischer Landesverband für Gartenbau und Landespflege e. V. 1. Juni 2021



Marienkäfer

Marienkäfer lieben Blattläuse!



Regenwurm



Tigerschnegel

 

Die Gartenpolizei, der Tigerschnegel

 

Der Tigerschnegel ist der beste Freund der Gärtnerin – er vertilgt die Eier anderer Schneckenarten, Aas, Kot, Pilze und totes Pflanzenmaterial und fährt nicht auf Salatpflanzen ab!

 

Foto 1 und Text: Bayerischer Landesverband für Gartenbau und Landespflege e. V., Facebook 1. Juli 2021

Foto 2 Theresia Stadler-Mayr