Hortensien

Lange Zeit hatte die, umgangssprachlich auch als "Bauernhortensie" bezeichnete, Pflanze mit dem Vorurteil zu kämpfen, sie sei altmodisch und unmodern. Mittlerweile zählt die Hortensie zu den beliebtesten Pflanzen in Deutschland. Die Gartenhortensie ist ein populärer, meist winterharter Zierstrauch und kann eine Wuchshöhe von bis zu 4 Metern erreichen. Aber auch als Kübelpflanze macht sie eine gute Figur und schmückt Hauseingänge und Terrassen. 

Sie besticht nicht nur mit unterschiedlichen Blütenfarben und Formen, sondern bei manchen Arten mit einer spektakulären Herbstfärbung der Blätter. Ihre Farben reichen von Weiß, was meist Pigmentmangel ist, Hellgrün bis zum Farbspektrum diverser Rot- und Blautöne. 

Ursprünglich stammen alle Hortensienarten aus Amerika sowie Asien.

Bodenansprüche

Hortensien stellen hinsichtlich ihrer Pflege, keine hohen Ansprüche. Auf nährstoffreichen, leicht sauren und kühlen Böden gedeihen sie sehr gut. Bei der Pflanzung auf schweren Böden sollte reichlich reifer Kompost oder Moorbeeterde untergemischt werden. Rindenkompost oder saure Nadelwalderde sollte bei stark kalkhaltigen Böden untergemischt werden.

Standort

Im Halbschatten ohne starke Mittagssonne fühlen sich die meisten Sorten wohl.

 

Rispenhortensien dagegen vertragen auch volle Sonne, müssen aber immer ausreichend bewässert werden.

Düngung

Stickstoffbetonter Volldünger mit Kali und wenig Phosphor ist optimal. Phosphor verhindert die Blaufärbung, daher sind die meisten Blaukorndünger aufgrund des Phosphorgehalts ungeeignet.

Langzeitdünger z.B. für 6 Monate im Frühjahr etwas in die Erde eingearbeitet ist ideal.

Um den richtigen Dünger zu finden, auf die drei Buchstaben "N-P-K" auf der Packung achten.

N = Stickstoff, P =Phosphor, K= Kali

Das richtige Verhältnis eines Hortensiendüngers ist in etwa 7-3-6 oder 17-9-11


Hortensien nicht im Herbst schneiden

Bitte die Blütenstände stehen lassen. Sie wirken auch im Winter als Zierde mit Reif und etwas Schnee.

Teller- und Bauernhortensien werden im Prinzip nicht zurück geschnitten. Man entfernt im zeitigen Frühjahr nur die schwachen, beschädigten oder von Krankheit befallenen Triebe sowie dürre Blüten. Ein Radikalrückschnitt auf ungefähr 30 cm Trieblänge kann bei alten Pflanzen durchgeführt werden. Anschließend wächst die Pflanze wieder schön buschig und rund. Der Rückschnitt sollte bis spätestens Mitte Juni erfolgen.

 

Anders ist es bei Rispenhortensien, sie vertragen jährlich eine radikalen Rückschnitt. Die Belohnung ist ein üppiger Blütenansatz. Eine Handbreit bis 30 cm über dem Boden darf im März, aber nicht bei Frost, zurück geschnitten werden.

Blaufärbung

Es ist Chemie, kein Naturwunder,

 

wenn eine blaue Hortensie im nächsten Jahr rosa blüht. Je nach Bodenbeschaffenheit wechseln sie die Farbe.

Ein geringer ph-Wert von 4-5,5 im Boden, verändert die Blüte Richtung blau, meistens aber nur die roten und rosafarbenen Sorten. Durch Zugabe von Spezialdünger oder Alaun wird, bei richtiger Anwendung, die Hortensie blau.

 

Rispenhortensien und weiße Hortensien lassen sich grundsätzlich nicht blau färben.


Wann pflanzen?

Da Hortensien fast nur noch in Töpfen angeboten werden, können sie fast über das ganze Jahr, also von März bis Oktober, gepflanzt werden. Für wurzelnackte Pflanzen ist das Frühjahr oder der Herbst die beste Pflanzzeit. Ein leichter Winterschutz ist im Jahr der Pflanzung zu empfehlen.

Kübelhortensien sollte man alle 2-3 Jahre im Frühjahr umtopfen. Es ist wichtig, einen Teil der alten Erde zu entfernen, eine Drainageschicht einzuplanen und gute Erde, z.B. Rhododendronerde, zu verwenden. Anschließend etwas Langzeitdünger dazugeben und kräftig angießen. Nachdem keine Fröste mehr zu erwarten sind, kann die Hortensie ins Freie. Ein Platz ohne direkte Mittagssonne ist am besten.

Hortensien vermehren

Die Vermehrung von Hortensien kann im Sommer durch Stecklinge erfolgen. Einjährige, weiche Triebe ohne Blüten werden im Juni-Juli zu ca. 15 cm langen Stecklingen geschnitten, die Blätter halbiert und die Triebspitzen entfernt. Die Stecklinge werden in feuchte Erde gesteckt und sollten im Schatten stehen. Nach 2-3 Wochen bilden sich die ersten Wurzeln. Bis September sollten die jungen Pflanzen in einen Topf umgepflanzt werden und den ersten Winter frostfrei überwintern. Ein Jahr sollten die jungen Pflanzen noch im Topf bleiben und im Folgejahr können sie ausgepflanzt werden.


Überwintern

Die meisten Hortensien sind winterhart. Probleme treten auf, wenn im Frühjahr, nachdem die Pflanzen ausgetrieben haben, nochmal Spätfröste auftreten. Das kann dazu führen, dass bei manchen Sorten die Triebspitzen mit den Blütenknospen abfrieren und die Pflanzen im selben Jahr nicht mehr blühen. Also, wenn Spätfröste drohen, die Pflanzen abdecken.

Topfhortensien sollten in einem kühlen Raum, bei nicht mehr als 5 Grad, überwintert werden. Dabei darauf achten, dass die Pflanzen nicht austrocknen oder zu nass gehalten werden, noch schlimmer ist Staunässe.



Sortenbeispiele

Klassische Bauernhortensie



Bauernhortensie - Endless Summer

Hydrangea macrophylla

z.B. Alpenglühen, Deutschland, Bodensee



Rispenhortensie

Hydrangea paniculata

z.B. Limelight, Grandiflora, Dolly, Pinky Winky



Schneeballhortensie

Hydrangea arborescens

z.B. Anabelle, Pink Anabelle



Eichenblatthortensie

Hydrangea quercifolia

z.B. Snowflace, Alice, Pee Wee, Burgundi



Samt-oder Fellhortensie 

Hydrangea aspera

z.B. Hot Chocolate



Kletterhortensie

Hydrangea petiolaris

 



Tellerhortensie

Hydrangea serrata

 

Die unkomplizierter Garten-Hortensie bildet etwa 100 - 150 cm hohe und breite, dichtbuschige Sträucher. Von Mai bis September zeigen sich große, tellerförmige Blüten.

Optimal im Freien zu Staudenpflanzungen und immergrünen Gehölzen, aber auch in großen Kübeln sehr attraktiv.


Textauszüge aus "Freude mit Hortensien" von Hans Alt,; Text zusammen gestellt von Gaby Maiwälder, Fotos Theresia Stadler-Mayr, Gaby Maiwälder, Alex Vogt


Tipp vom Kreisverband Traunstein

Hortensien über den ganzen Sommer

Klassische Bauernhortensien haben nur eine Hauptblüte im Jahr. Besser sind die „Endless Summer“-Sorten, da sie fortwährend bis zum Herbst blühen. Es gibt die Farben Blau, Rosa und Weiß. – Die blauen Sorten brauchen einen sauren Boden, Rhododendron/Hortensien-Dünger und Aluminium im Boden (z.B. Ammoniak-Alaun), sonst werden sie Rosa (bei uns fast unausweichlich). Rose und Weiß sind da unkomplizierter, brauchen aber auch ausreichend Nährstoffe. Auch da geht Brennnesseljauche.

 

Eine echte Alternative in Weiß-Rosa sind die robusten Rispenhortensien. Sie können sonnig stehen und sind robuster gegen Frost, weil sie an den diesjährigen Trieben blühen. Obige Bauernhortensien blühen nach strengen Wintern nicht.

 

https://www.garten-traunstein.de/2021/06/01/gartenpraxis-juni/