Schädlinge

Alle Mühe umsonst?

Schädlinge machen unseren Blumen, Pflanzen und Bäumen oft das Leben schwer - und damit auch uns Gärtnern. Damit unsere Arbeit und Bemühungen um Ertrag oder Schönheit nicht vergebens sind, sollte man frühzeitig eingreifen. 

Egal ob Schnecken, Mäuse oder Käfer, generell gilt: wenn möglich, umweltschonende Methoden und Pflanzenschutzmittel vorziehen, sonst könnte es sein, dass nicht nur der Schädling, sondern auch die Nützlinge verschwinden.

Natürliche Feinde wie z.B. Vögel und Igel im eigenen Garten fördern und unterstützen.

 

Apfelwickler - grauer Schmetterling mit braunem Fleck am Flügel

Apfelwickler gehören zu den meist verbreiteten Schädlingen, die Apfel- oder Birnbäume befallen, sie können die Ernte stark schädigen.

Die Schalen der wurmigen Früchte haben rötlich umrandete Bohrlöcher, durch die die Raupen in die Frucht eingedrungen sind und innen sind sie von Spiralgängen und Hohlräumen durchsetzt, die bis zum Kerngehäuse reichen und mit Kot angefüllt sind. 

Die Raupen des Falters überwintern hinter den Rindenritzen des Obstbaums und verpuppen sich im Frühjahr. Ab Mai schlüpfen die Falter der ersten Generation und legen ihre Eier nahe den Früchten ab. Im September schlüpft die zweite Generation und dringt in die Früchte ein, wo sie innerhalb von drei bis vier Wochen heranwachsen.

Wellpapperinge am Stamm des Apfelbaums zwischen Juni und Juli Unterschlupf zur Verpuppung anbringen. Ende Juli den Wellpappering abnehmen und zusammen mit den eingesponnenen Larven vernichten. Im August und September wiederholen und nach der Ernte abnehmen.



Blattläuse

Blattläuse an Kübel- und Zierpflanzen

Der junge Austrieb unserer Kübelpflanzen zieht Läuse magisch an. Sie sollten gleich zu Beginn per Hand zerdrückt oder mit einem scharfen Wasserstrahl entfernt werden. Wenn das nicht reicht, kommt Seifen-Wasser zum Einsatz: 1 Esslöffel Kernseife in 1 Liter Wasser geben. Damit die Triebe einsprühen und ggf. nach ein paar Tagen wiederholen. – Manche versuchen es auch mit Auszügen aus Pflanzen, doch helfen die Mittel nicht immer oder verscheuchen die Läuse nur.

Meist ist es den Pflanzen ansehen, dass sie ungebetenen Besuch haben, bevor man die Läuse entdeckt, so kräuseln sich die jungen Blätter an Spinat oder Salat ein, an deren Unterseite die Tiere sitzen. 

Blattläuse sind zwar klein, aber grundsätzlich gut mit dem bloßen Auge zu erkennen. Farblich variieren sie zwischen hellgrün bis schwarz. Bei starkem Befall liegen sie in Scharen wie eine zweite Schicht rund um Blattstängel und an den Blattunterseiten.  Die Pflanzensaft saugenden Insekten übertragen Pflanzenviren und ziehen Rußtaupilze an. 

 

 


Marienkäfer lieben Blattläuse!

Nützlingen Zeit geben.

Weiters hilft: Befallene Blätter abnehmen, scharfer Wasserstrahl, Brennnesseljauche gießen, Knoblauch auskochen oder Schmierseifenwasser.

 

"Nützling in Action" - Marienkäfer sei Dank, auch wenn dieser asiatisch ist.



Buchsbaumzünsler

Der Buchsbaumzünsler ist eine aus Asien stammende invasive Spezies, welche zu Beginn des 21. Jahrhunderts nach Mitteleuropa eingeschleppt wurde.

Bei uns in Lampoding ist der Zünsler 2017 aufgetaucht und hat sich inzwischen im ganzen Landkreis Traunstein verbreitet. Erst fressen sich die kleinen Raupen von Blatt zu Blatt, danach verpuppen diese sich zum Falter und diese legen dann wieder ihre Eier. Die Falter fliegen nachts und leben nur ein paar Tage, bevor der Zyklus von neuem beginnt, mehrmals im Jahr!

 

Einmal aufgetaucht und entdeckt, bleiben derzeit wenig Möglichkeiten:

Absammeln: Unzählige Stunden sind oft vergebens...

Bekämpfen: Mit nützlichen Bakterien (Bacillus thuringiensis = B.t.) tropfnass sprühen (in Bio- und Hausgarten zugelassen; verschiedene Hersteller)

Hoffen: Nutzgeflügel, Vögel und Wespen haben verstärkt begonnen, den Buchs auf Raupen abzusuchen. 

Ersetzen: Wenn der Buchs sehr stark geschädigt ist, wird er zwar wieder austreiben, aber der Zünsler ist sofort zur Stelle. Meist  bleibt nur der Ersatz des Buchses durch andere Pflanzen.

 

Übrigens von einem Tipp aus dem Internet ist abzuraten: Große Müllsäcke an ein paar heißen Tagen über die befallenen Pflanzen stülpen! Beim Selbstversuch, war der Zünsler noch da, aber die Pflanzen so verbrannt, dass sie damit erst recht nicht zu retten waren!



Engerlinge -  Maikäferlarven

Engerlinge oder Maikäferlarven sind vor allem mit einem beschäftigt: dem Fressen. Werden sie beim Umgraben nicht zufällig entdeckt, fressen sie zu viele Teile der Wurzel ab, kann die betroffene Pflanze eingehen und ist anschließend auch nicht mehr zu retten. Um die Käferlarve zu bekämpfen ist Vorbeugung der Schlüssel zum Erfolg. Während der Eiablage den Garten nachts nicht beleuchten, mit Vlies abdecken und viel harken.

 

Übrigens steht der Engerling auf dem Speiseplan vieler Tiere wie Igel, Maulwürfe, Mäuse, Vögel, Wespen. Fadenwürmer, auch Nematoden genannt, fressen die Larven der Maikäfer ebenfalls auf.



Feuerwanze

Warum heißt die Feuerwanze Feuerwanze?

 

Das liegt an ihrer rot-schwarzen Färbung. Die sonnenliebenden Gartenbewohner fressen zwar Samen und Pflanzenteile, schädigen die Pflanzen aber nicht. Sie machen auch Jagd auf Kleininsekten.

 

Foto und Text: Bayerischer Landesverband für Gartenbau und Landespflege e.V.



Grasmilben

Grasmilben ähneln Zecken, verbeißen sich ebenso an Säugetieren und Menschen, sind nur ca. 2 mm groß. Ihr Sekret verursacht stark juckende Rötungen, welche i.d.R. von selber nach Tagen abklingen. Vorbeugend hilft den Rasen zu vertikutieren, mit Kalkstickstoff zu düngen, häufig zu mähen und reichlich wässern.



Kohlweißling - weißer Schmetterling, grün-schwarze Raupe

Die grünen, schwarzgetupften Raupen fressen im Nu die Blätter ab, so dass nur ein filigranes Gerippe übrig bleibt. Zudem erkennt man den Befall am Raupenkot am Boden unter der Pflanze. Die Raupen des kleinen Kohlweißlings fressen sich bis ins Kohlherz durch, die Pflanze stirbt möglicherweise ab.

 

Die biologische Lösung wäre das konsequente Absammeln der Raupen, die sich meistens an der Blattunterseite verbergen.  

Nach der Verpuppung erkennt man den weißen Schmetterling am schwarzen Punkt auf den Flügeln.



Lilienhähnchen

Diese signalroten Käfer mit schwarzen Kopf und Beinen lieben Lilien, Kaiserkronen, Schnittlauch, Knoblauch und Gemüsezwiebeln.

Absammeln ist die beste Art der Bekämpfung, aber vorsichtig, denn sonst lassen sie sich fallen und sind dann schwer zu finden. 

Larven mit einem Wasserstrahl abspülen.

 

Weiters hilft:

Mit Algenkalk, Gesteinsmehl bestäuben, Kaffeesatz verstreuen oder mit Brennnesseljauche oder Schmierseifenwasser gießen.

 



Maulwurfsgrille oder Werre

Maulwurfsgrillen scheinen Überbleibstel der Urzeit zu sein und sind Verwandte der Heuschrecken, sie werden bis zu sieben Zentimeter lang. Sie verwüsten Gärten, Rasenflächen und Beete durch ihre breiten Tunnelgänge im Boden, Zeichen sind auch verwelkte Pflanzen und grobe Fraßstellen an Wurzelgemüse.

Man sollte ihre natürlichen Feinde fördern. Dazu gehören unter anderem Igel, Spitzmäuse, Maulwürfe, Katzen, Hühner und Amseln. Parasitäre SC- Nematoden sind im Fachhandel erhältlich und werden im Juni/Juli mit einer Gießkanne mit lauwarmem, abgestandenem Leitungswasser ausgebracht. Sie töten vor allem die erwachsenen Insekten ab.

Bei sehr starkem Befall Bruthöhlen aufgraben und zerstören. Mit kleinen Stöckchen die Gänge abtasten, wenn sie in die Tiefe abzweigen, befindet sich die Bruthöhle in der Nähe.

Aber sie haben auch ihre guten Seiten: Auf ihrem Speiseplan stehen unter anderem Schneckeneier und Engerlinge. 



Mäuse

Wühlmäuse

Egal auf welche Art und Weise und mit welchen Hilfsmitteln der Plage wortwörtlich zu Leibe gerückt wird, ein bisschen Geduld und Übung braucht's schon, bis sich erste (Jagd-) Erfolge einstellen.

 

Mausfanggeräte gibt's bei unserem Gerätewart zum Ausleihen. Kontakt siehe unten.




Nematoden

Bei den wurmförmigen Tieren handelt es sich um nur wenige Millimeter große, weiße bis farblose Organismen. Es gibt sowohl nützliche Fadenwürmer, als auch schädliche.

Ein wechselnder Anbau von verschiedenen Pflanzen auf einer Fläche verringert das Risiko für einen Befall mit Nematoden. 

Betroffenen Gewächse umgehend mit Knolle und Wurzeln aus dem Boden entfernen und im Biomüll entsorgen.



Raupen einiger Schmetterlinge und Falter

Großer Kohlweißling, schädlich

vermutlich Buchenstreckfuß, nicht sonderlich schädlich.

Nicht aus jeder Raupe wird ein schöner Schmetterling, aber auch nicht jede ist schädlich, einige stehen sogar auf der roten Liste, sind also besonders schützenswert.

 

Trotzdem gibt es einige, die zu einer echten Plage werden können, wenn diese innerhalb kürzester Zeit eine Vielzahl an Pflanzen kahl fressen. Solange die Pflanzenschädlinge nur vereinzelt auftreten, hilft absammeln. Manchmal werden sie auch zu Vogelfutter. 

Reicht das Absammeln nicht aus, helfen eventuell harmlose Hausmittel: befallenen Pflanzen befeuchten und etwas Tabak-Asche aufstreuen oder im Gemüsebeet Knoblauch anpflanzen, ebenso erfolgreich könnte um die Pflanzen gestreuter Algenkalk sein. An Stämmen Obstbäumen grüne Leimringe anbringen.

 

In jedem Fall muss abgeklärt werden, ob es sich tatsächlich um eine schädliche Sorte handelt.



Schildläuse

Vielleicht hat jemand ein passendes Foto?

Gerne senden an admin@gartenbauverein-lampoding.de

DANKE

Schildläuse saugen sich an Pflanzstängel und Blättern fest, dabei erkennt man braune Flecken. Sie mögen keine Lavendel und Kräuter als Nachbarn, auch das Gießen mit einer Brennnessel- oder Knoblauchbrühe soll helfen.



Schnecken

Schnecken sind Feinschmecker, sie lieben helle Blätter wie den Kopfsalat, dunkle oder rötliche Blätter wie die vom Pflücksalat Lollo rosso, Rucola und Eichblattsalat verschmähen Schnecken eher. Auch Feldsalat wird seltener verspeist ebenso wie bittere Sorten wie Endivien.

Schnecken stürzen sich lieber auf Pflanzen, deren flache Blätter nah am Boden wachsen und Unterschlupf bieten. Daher werden aufrecht wachsende Salate wie der Romana später oder seltener angefressen. 

Beete trocken halten, also nur abends oder morgens gezielt gießen, Bretter auslegen zwischen den Pflanzen auslegen, anheben und absammeln hilft, Hochbeete erschweren den "Aufstieg", Schneckenzäune - nach außen gebogenen Blechstreifen,  Hühner- und Entenhaltung. Fleißige Schnecken-Fresser sind Igel, die jetzt für den Nachwuchs viel Futter brauchen. Mit Verstecken und ruhigen Ecken halten wir sie uns im Garten.

 

Wenn all das nichts hilft, kann man letztlich auf das umweltfreundliche Schneckenkorn mit Eisen-Wirkstoff zurückgreifen. Schneckenkorn ist nicht tierfreundlich aber manchmal  unverzichtbar, will man seine Ernte nicht teilen...



Wanzen

Bild: Rotbeinige Baumwanze

 

lt. NABU gibt es weltweit rund 40.000 Wanzenarten, in Deutschland sind es knapp 1.000. Tendenz zunehmend, denn der Klimawandel lässt südliche Arten wie die Hasel-Randwanze, die Grüne Reiswanze oder die Lindenwanze ihr Areal stark nach Norden ausdehnen.

Wanzen besiedeln nahezu alle Lebensräume, eine Art kommt sogar auf dem offenen Meer vor. Auch die vom Gartenteich bekannten Wasserläufer, Rückenschwimmer und Wasserskorpione gehören zu den Wanzen. Bei uns findet man Wanzen auf Gräsern ebenso wie auf Sträuchern und Bäumen oder in der Bodenstreu. Vegetarische Wanzen gibt es ebenso wie Aasfresser, Räuber und Gemischtkostler. 

 

Textauszug aus https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten-und-spinnen/wanzen/index.html

Neue Schadwanzen auf dem Vormarsch!

Marmorierte Baumwanze

Die ursprünglich aus Asien stammende Wanzenart wurde bereits Ende des 20. Jahrhunderts in die USA eingeschleppt, wo sie mittlerweile große Schäden an vielen obst-, gemüse- und ackerbaulichen Kulturen verursacht. Der erste Nachweis in Europa wurde im Jahr 2004 verzeichnet. In Deutschland wurde sie 2011 erstmals in Konstanz am Bodensee gefunden. Zwischenzeitlich hat sie sich über weite Teile Südwestdeutschlands ausgedehnt und tritt dort häufig in dichten Siedlungsgebieten entlang der Rheinebene auf.

 

Grüne Reiswanze

In den vergangenen Jahren tritt im Oberrheingraben immer häufiger die aus Ostafrika stammende Grüne Reiswanze (Nezara viridula) auf. In Bayern konnten ebenfalls erste Funde verzeichnet werden.

Sie kann leicht mit der heimischen Grünen Stinkwanze (Palomena prasina) verwechselt werden.

Auch die Grüne Reiswanze besitzt einen breiten Wirtspflanzenkreis und verursacht Saugschäden an Zierpflanzen, Acker-, Obst- und Gemüsebaukulturen, wobei letztere nach aktuellem Stand am häufigsten befallen werden.

 

Auf der Homepage der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft erfahrt ihr alles über das Aussehen und deren Unterscheidungsmerkmale zu anderen Wanzen, sowie deren Lebensweise. Bitte Vorkommen melden, Kontakt siehe Link:

https://www.lfl.bayern.de/ips/kleingarten/191738/index.php

Text: Bay.Landesverband für Gartenbau undLandschaftspflege, Bay.Landesanstalt für Landwirtschaft



Weidenbohrer

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Bis zu 10 cm lange fingerdicke rot-glänzende glatte Raupen eines großen grauen Falters befallen neben Weiden auch Birken, Apfel- und Birnbäume.

Überwinternde Raupen sind gelb, die Verpuppung findet im Frühjahr statt, die Falter fliegen im im Juni und Juli.



Weiße Fliege

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Weiße Fliegen sind Pflanzenläuse und ernähren sich von Pflanzensäften und schwächen z.B. Erdbeeren und Tomaten. Sie haben als natürliche Feinde, die Larven von Raubwanzen und Schlupfwespen, diese sind im Fachhandel erhältlich.



Fotos und Text 2021 © Theresia Stadler-Mayr


Probleme im Garten?

Wir helfen!

  • Mausfanggerät und Vertikutierer zum Ausleihen bei Gerätewart Andreas Geierstanger
    Tel. 08685 1037
  • Fragen aller Art rund um Garten und Obstbäume
    bei Baumwart Alexander Vogt, Landschaftsgärtner
    Tel. 08685 1591
    ; Mobil 0177 670 5851
  • Übrigens steht auch der Kreisfachberater Markus Breier
    für Fragen rund um Garten und Grün zur Verfügung
    Tel. 0861 58 385, E-Mail markus.breier@traunstein.bayern