Düngen - Gießen - Kompost

Rund 6.200 t Chemie (Dünger und Pflanzenschutzmittel) werden jährlich in deutschen Privatgärten eingesetzt, das ist auf die Fläche gerechnet mehr als in der Landwirtschaft! Das muss nicht sein, allein schon im eigenen Interesse.

Pflanzenjauche - Brennnessel, Beinwell, Giersch...

Ein kräftiger Flüssigdünger für den ganzen Garten ist die Brennnesseljauche.

Hierfür 1 kg Pflanzenmasse pro 10 Liter Wasser, etwas Gesteinsmehl dazu und die Jauche für 7-14 Tage vergären lassen. Wenn es beim täglichen Umrühren nicht mehr schäumt, ist sie fertig.

 

Neben Brennnesseln sind besonders ergiebig Giersch, Löwenzahn und Beinwell. Auch Gemüseabfälle und Geiztriebe der Tomaten eignen sich. So entsteht ein stickstoffbetonter Flüssigdünger, der im ganzen Garten hilfreich ist. – Die Jauche kann den ganzen Sommer frisch angesetzt werden.

 

Text: https://www.garten-traunstein.de/2021/06/01/gartenpraxis-juni/



Gießen, aber richtig

Gießen – lieber selten als zu oft

Eine reiche Gemüseernte gelingt nur mit ausreichend Wasser. Lieber 1-2 mal pro Woche mit 20-30 Litern pro Quadratmeter gießen, damit das Wasser tief eindringen kann und die Wurzeln in der Tiefe versorgt. Falsch wäre tägliches, oberflächliches Gießen. 

 

Achtung, das gilt nicht für Kübel oder Töpfe. Hier muss erwartungsgemäß häufiger gegossen werden.

 

...und am liebsten mit weichem Regenwasser, statt kaltem Leitungswasser.

...und nicht vergessen, eine "Steighilfe" in die Tonne zu stellen, damit sich versehentlich hinein gefallene Tiere retten können.

 

Text: https://www.garten-traunstein.de/2021/06/01/gartenpraxis-juni/


Erdbeeren

wollen gleichmäßig Wasser, damit die Früchte groß und gut wachsen. Allerdings unterlegen wir mit Stroh oder Holzwolle, damit die Früchte trocken liegen.

Gurken

brauchen viel Wasser und sind über ergänzende Flüssigdünger wie z.B. Brennnesseljauche dankbar. Im Gegensatz zu Tomaten dürfen Gurkenpflanzen auch übers Blatt nass werden, an heißen Tagen ist das sogar vorteilhaft. 


Kompost

Wird es herbstlich, werden Gemüsebeete geräumt, manches im Staudengarten zurückgeschnitten und das Laub fällt von den Bäumen. Doch wohin mit dem vielen organischen Material? Für Wertstoffhof und Biotonne zu schade, finden die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie und raten zum Kompostieren.

„Gold des Gärtners“ wird fertiger Kompost auch genannt, denn er ist wertvoller Dünger und Bodenverbesserer. Doch oft gibt es Unsicherheiten bezüglich des Pflanzenmaterials, das einen Komposthaufen füllt. 

Gut kompostieren, nicht alles ist geeignet

Verschiedene Kleinlebewesen setzen das organische Material zu gutem Humus um. Sie benötigen für ihre Arbeit ein gewisses Maß an Feuchtigkeit, eine gute Durchlüftung und eine ausreichende Menge Nährstoffe aus dem zugeführten organischen Material.

 

Eine ausgewogene Mischung im Komposthaufen ist deshalb wichtig. Rasenschnitt wird beispielsweise mit lockerem und trockenem Material gemischt, feuchte Materialien nur in dünnen Schichten eingeräumt.

 

Doch nicht alles aus dem Garten eignet sich zum Kompostieren. Manche Schaderreger können auf dem Kompost im Garten überdauern, da die Rottetemperatur nicht ausreichend hoch ist. Mit der späteren Ausbringung von Kompost im Frühjahr besteht die Möglichkeit die Schaderreger im Garten zu verbreiten und Pflanzen erneut zu infizieren. Vom Kompostieren von Pflanzenteilen mit Maden, Kohlhernie, Welke- und Fäulniskrankheiten sowie anderen Pilzen, Viren und tierischen Schädlingen, die Stängel oder Wurzel schädigen, ist daher abzusehen. Nutzen Sie hierfür die Biotonne, Restmülltonne oder die Grüngutannahmestellen.


Wohin mit dem ganzen Laub?

Wohin mit dem Laub, wenn die Bäume ihre Blätter im Spätherbst in Massen abwerfen? Eine Möglichkeit ist das Ansetzen eines Laubkomposts. Die Erde, die dabei entsteht, ist feinkrümelig und eignet sich zum Beispiel für die Anzucht und Pflanzenvermehrung. Dabei den Kompost gut feucht halten und am besten mit Bodenkontakt anlegen.

 

Am besten (abwechselnd) schichtweise aufbauen:

  • Zerkleinertes Herbstlaub 
  • Reifen Kompost (enthält bereits Mist- oder Kompostwürmer)
  • Gerne auch Algenkalk (für den pH-Wert, damit der Kompost nicht zu sauer wird)
  • Rasenschnitt für die Stickstoffzufuhr
  • wer hat, auch noch Hornmehl, Schafwolle, Kuh- oder Pferdemist, Brennnessel-Jauche

Fotos: Sandra Tümmers


Unkraut und Giftpflanzen

Unkraut vergeht nicht! - oder doch?

Jäten Sie Samenunkräuter rechtzeitig bevor sie Blütenknospen angesetzt haben, können Sie getrost auf den Kompost. Ist der Zeitpunkt jedoch verpasst, dann zwicken Sie entweder die Blütenstände ab oder entsorgen Sie die Pflanzen über die Biotonne, um eine Ausbreitung im Garten zu verhindern.


Auch Wurzelunkräuter könnten auf den Komposthaufen. Allerdings müssen sie ausgetrocknet sein, was bei heißen Sommertemperaturen leichter passiert. Im Herbst ist die Entsorgung über die Biotonne sinnvoller.

 

Giftige Pflanzenteile?

Hier herrscht oft große Unsicherheit. In der Natur gibt es Pflanzenarten, die für Mensch und Tier giftige Stoffe enthalten. Einige werden in unseren Gärten als Zier- oder Nutzpflanzen angebaut. Manchmal finden sich die natürlichen Gifte nur in bestimmten Teilen einer Pflanzenart wie Blättern oder Früchten, in anderen Fällen ist die ganze Pflanze giftig.

 

Giftige Pflanzen verrotten nach dem Absterben ebenso wie alle anderen. Sie werden von Mikroorganismen zersetzt, die ursprünglichen Inhaltsstoffe verändern sich und werden nach und nach abgebaut, so dass von den Giften nichts mehr übrig bleibt.

Beispiel: Thuja- oder Eibenschnitt kann zerkleinert in dünnen Schichten dem Kompost zugeführt werden.


Kompost-Gartentipp des LWG Bayern, Oktober 2021